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Freundschaft zwischen Mutter und Kind? Wenn Freundschaft auf Autorität trifft.

Meine Mama hat mich mit 19 Jahren auf die Welt gebracht. Früher war das ja alles anders als heute. Aus Erzählungen weiß ich, dass ich früh in die Krippe musste, damit sie wieder arbeiten kann. Alles ganz normal. Ich hatte immer ein besonderes Verhältnis zu meiner Mama – ich denke es lag einfach daran, dass sie noch so jung war. Ich wollte immer alles das, was sie auch hatte. Teilweise sind wir im  Partnerlook rumgelaufen – haben uns die gleichen Klamotten oder Schuhe gekauft.

Das enge und freundschaftliche Verhältnis hatte aber auch irgendwann seine Schattenseiten. Wenn die Mama nämlich zur Mama wird, Ratschläge zu stumpfen Anweisungen werden und nicht immer nur gelacht und in der Seifenblase getanzt wird. Da wird der Teenie auch schnell mal zum Minimonster und die Mama zur Furie. Ich will gar nicht lange über mich als Kind erzählen – lieber möchte ich meine Sicht und meine Erfahrung als Mama einer 5 jährigen Tochter beschreiben:

 

 

Ich war 26 als Leni auf die Welt kam. Auch recht jung – wie ich in den ersten Jahren feststellen musste. Und das nicht, weil ich mich zu jung fühlte, sondern weil ich einfach nicht dem Bild entsprach. Dazu aber gleich mehr. Ich hatte einen sicherer Job in der Agentur – eine schöne Wohnung, ein Auto. Ich war bereit und gefestigt für das alles. Ja! Ich bin eine junge Mama – ich rede mit meinem Kind sicherlich anders, als viele andere Mütter. Trotzdem hat das alles wohlmöglich mehr mit dem Charakter und dem Wesen zu tun, als nur mit dem Alter. Oder?

Ich bin streng. Bei uns herrschen Regeln. Und es gibt Konsequenzen… und das konsequent. Trotzdem höre ich mehr auf mein Herz, als auf das, was mir ein Erziehungsratgeber sagt. Weil ich mir selbst und auf meinen Mutterinstinkt vertraue. Natürlich mache ich und viiiele andere Mütter nicht alles richtig. Aber wie soll das schon gehen? Wir haben das ja noch nie zuvor gemacht. Eine ältere Dame sagte mir vor kurzem, dass die Kindererziehung doch ein andauerndes Experiment sei und dass wir nie vorher wissen ob eine Entscheidung oder Handlung richtig ist. Man kann sich aber immer wieder selbst sagen (und damit meine ich nicht schön reden!) dass jede Entscheidung oder Handlung in dem Moment, wo wir uns dafür entschieden haben RICHTIG war. Die Erkenntnis, dass es mal nicht so ist, wird uns erstens schlauer machen und uns früher oder später auf den richtgen Weg bringen. Das wichtige ist nur, und das gilt ja nun mal für alles im Leben, dass wir uns eingestehen Fehler zu machen und nach vorne schauen, als den Kopf in den Sand zu stecken. Unsere Kinder werden es überleben. Wir haben es ja auch, oder glaubst Du, dass Deine Mama wirklich nie eine falsche Entscheidung getroffen hat?

 

 

 

Die Frage war aber ob es richtig ist mit seinem Kind befreundet zu sein? Und ich glaube, dass es völlig ok ist und an manchen Stellen einfach unglaublich wertvoll sein kann, wenn man es zulässt. Der Grad zwischen Autorität und Freundschaft ist natürlich ziemlich schmal. ABER es gibt ein großartiges Beispiel: Einige Chefs können absolute Arschlöcher sein. Alle zucken zusammen, wenn sie die Flure entlang laufen. Dieser falsche Respekt kann aber gefährlich werden. Man traut sich kaum mal etwas zu fragen, vorzuschlagen oder nach Urlaub zu bitten. Furchtbar! Übertragen auf Kinder, kann dies zum Beispiel heißen, dass sie verbotene Dinge früher oder später heimlich machen – sei es, dass sie die Süßigkeitenschublade plündern und sich danach mit Bauchweh unterm Bett verstecken, oder sich heimlich aus dem Haus schleichen um den Kinoabend mit Freundennicht zu verpassen, obwohl der eigentlich viel zu spät ist. Es gibt aber auch genau das Gegenteil. Google zum Beispiel. Ein lockeres, familiäres Verhältnis in dem kreativ und mit Spaß gearbeitet wird. Die Menschen begegnen sich respektvoll und schätzen das, was sie haben. Sie kommen und gehen, wann sie wollen – spielen zwischen den Meetings Kicker und entspannen in riesigen Chillout Areas inmitten von Konferenzräumen. In solchen Unternehmen herrscht eine gruselige Gleichberechtigung, die unheimlich viel Dankbarkeit mit sich bringt. Und sei’n wir mal ehrlich? Scheinbar funktioniert dieses Konzept ja prächtig – sonst würde der Laden ja nicht so gut laufen. Natürlich sind dies totale Gegensätze. Aber was glaubst Du? Wer ist am Ende erfolgreicher, glücklicher, gesünder und dankbarer? JEDER muss auch hier für sich selbst entscheiden, ob er in seiner Erziehung eher den Kicker oder die stille Treppe bevorzugt. Ich halte nichts von beiden für 100% richtig. Ich denke, die Situation und das Kind selbst ist maßgeblich entscheiden dafür, was angebracht ist und das bleibt für uns ein ewiges Rätsel. Wenn WIR unsere Kinder aber mit Respekt behandeln, so wie wir unseren Freund behandeln würden, dennoch konsequent in Entscheidungen sind – Vertrauen, Liebe und vor allem Fürsorge nie angreifbar werden, wir mit unseren Kinder lachen, Spaß haben und das Leben gemeinsam mit ihnen leben, in dem wir sie integrieren – dann denke ich, dass es ein richtiger Weg sein kann. Ich hoffe darauf, dass meine Tochter eines Tages sagen wird, dass sie eine tolle Kindheit hatte und ich aus ihr einen guten Menschen gemacht habe, der respektvoll mit anderen Menschen umgeht, mutig und freundlich ist und positiv durchs Leben geht. Und wenn sie später sagen wird, dass sie sich bei mir aufgehoben fühlt, weil sie mir alles anvertrauen kann, weil ich wie eine Freundin für sie bin, die in erster Linie zuhört… dann habe ich alles richtig gemacht.

 

 

Ich möchte zum Ende nochmal klarstellen, dass ich Regeln unheimlich wichtig finde. Ich denke aber auch, dass die Basis (und das denke ich für alles im Leben) Freundschaft und Respekt sind. Da fängt Vertrauen an und wer liebt und vertraut, hört zu. UND DAS gilt für beide Seiten.

Liebst. Eure Anna

 

Es gibt Familien, die es nicht leicht haben und wirkliche Probleme bewältigen müssen. Es gibt zum Glück helfende Stellen, die einem kostenlos mit Rat und Tat zur Seite stehen und die einem im Ernstfall unter die Arme greifen bevor der Supergau vor der Tür steht. Es ist nichts verwerfliches dran, sich in schwierigen Zeiten beraten zu lassen um wieder auf den richtigen Weg zu kommen – sei es, wenn die Familie auseinander bricht, sich Patchworkfamilien zusammenschließen oder die Pubertät unüberwindbar scheint.

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